VII Ulmer Hochschultage: Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit 17./18. Oktober – mit Video

Update: Die Vorträge sind nun in Videoform verfügbar.


06. Hochschultage Mannheim & Heidelberg: Begrenzte Welt – (Un)begrenzte Möglichkeiten?

Große Teile der Öffentlichkeit bekennen sich zum rücksichtsvollen Umgang mit Ressourcen und zur wachsenden Bedeutung der Generationengerechtigkeit. Das zeigt sich auch an den Hochschulen: Das Thema Nachhaltigkeit wurde in Lehrpläne aufgenommen, um die Diskussion über dieses Prinzip in den verschiedenen Wissenschaftsbereichen anzuregen. Allerdings endet der Diskurs häufig an künstlich gezogenen Fächergrenzen, was die Entwicklung ganzheitlicher Ansätze erschwert.

Ziel sollte es sein, diese Einschränkungen zu überwinden und theoretisches wie praktisches Wissen über Nachhaltigkeit einem breiten Publikum zu vermitteln. Aus diesem Grund wurden die Hochschultage Nachhaltigkeit ins Leben gerufen.

In diesem Jahr wollen wir den Nachhaltigkeitsgedanken erneut mit Leben füllen und veranstalten nun bereits zum sechsten Mal die Hochschultage Nachhaltigkeit Mannheim/Heidelberg vom 02. Mai bis 06. Mai 2017 unter dem Motto

Begrenzte Welt – (Un)begrenzte Möglichkeiten?

Der Planet, auf dem wir leben und dessen Ressourcen wir Tag für Tag weiter schöpfen, ist endlich. Das Wachstum der Bevölkerung und der menschlichen Bedürfnisse erscheinen jedoch unaufhaltsam. Diese Problematik wirft wichtige Fragen für die Gesellschaft auf. Wie wird es uns in Zukunft gelingen, die ausreichende Versorgung der Weltbevölkerung zu garantieren? Welche Umweltproblematiken entstehen durch unseren wachsenden Konsum? Wie sehen Alternativen aus und welche Lösungsansätze kann jede_r Einzelne von uns verfolgen?

Im interdisziplinären Austausch und auf vielfältigen Wegen wollen wir uns diesen Fragen nähern und Antworten dafür finden. Dazu bieten die Hochschultage Nachhaltigkeit 2017 wieder eine Plattform. Mit Vorträgen, Diskussionen, Workshops und einem kulturellen Programm wollen wir die Möglichkeit bieten, eine ganze Woche lang mit Vordenkern der Nachhaltigkeitsszene in Kontakt zu kommen und auch selbst aktiv zu werden.

Die Hochschultage werden dieses Jahr gleichzeitig an zwei Standorten, in Mannheim und in Heidelberg, stattfinden. Den Auftakt bildet ein Vortrag zum Thema Nachhaltige Stadtplanung am Dienstagabend in Mannheim. Fortgesetzt wird die Veranstaltungsreihe durch die Vorführung der preisgekrönten Dokumentation „Tomorrow“ am Mittwoch in Kooperation mit dem AStA der Universität Mannheim, sowie zwei Vorträge in Heidelberg am Mittwoch und Donnerstag. Neu und einzigartig ist in diesem Jahr das Nutzen der audiovisuellen Übertragung der donnerstäglichen Vortrags via Internet, um eine gleichzeitige Schaltung an beiden Standorten erreichen zu können. Den Höhepunkt bilden eine Podiumsdiskussion und der „Markt der Möglichkeiten“ am Freitag. Am Samstag sollen die Hochschultage mit einer interessanten Workshopreihe abgerundet werden.

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Jahrestreffen 2017

04. Bamberger Hochschultag: Kaufst du noch oder teilst du schon?

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Bereits zum vierten Mal fand der Bamberger Hochschultag für Ökosoziale Marktwirtschaft & Nachhaltigkeit statt. (© Niklas Ritzel | Universität Bamberg)

Teilen statt besitzen – die sogenannte Sharing Economy ist „in“. Der 04. Bamberger Hochschultag befasste sich mit dieser neuen Entwicklung. Er begab sich auf einen Streifzug durch eine Ökonomie des grünen Wachstums und untersuchte, wie nachhaltig das Konzept wirklich ist und wo seine Tücken liegen. Wie beliebt der Trend zum Teilen ist, zeigt die aktuelle Umfrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF): Jeder dritte Deutsche kann sich vorstellen, auf Eigentum zu verzichten und stattdessen Produkte zu tauschen und zu teilen. In der Generation der 14- bis 29-Jährigen – und damit der Studierenden – findet sogar fast jeder zweite diesen Gedanken reizvoll.

„Mittlerweile sind immer mehr gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen hin zur Nachhaltigkeit zu beobachten. Hier ist auch das Konzept der sogenannten Sharing Economy einzuordnen“, sagte Prof. Dr. Frank Wimmer, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere für Absatzwirtschaft der Universität Bamberg. Wimmer führte am 08. Juni beim Bamberger Hochschultag für ökosoziale Marktwirtschaft & Nachhaltigkeit nach einer Begrüßung durch Universitätspräsidenten Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert in die Grundzüge der Sharing Economy ein, bevor fünf Vorträge und Praxisberichte das Thema unter die Lupe nahmen.

Sharing Economy sei ein Konzept, das auf dem Prinzip der gemeinschaftlichen Nutzung von Ressourcen basiere, so Wimmer. „Grundsätzlich können zwei Modelle unterschieden werden: Die gemeinsame Nutzung wie das Verleihen über Online-Leihportale sowie die dauerhafte Abgabe gebrauchter Gegenstände wie das Tauschen oder Verschenken“, erklärte Wimmer.

Sharing Economy hat hohes Nachhaltigkeitspotenzial

Ob Car- oder Bikesharing, Urban Gardening, Couchsurfing, Crowd Funding oder Food Sharing – Projekte aus dem Bereich der Sharing Economy gibt es viele. So werden Gärten gemeinsam bewirtschaftet und gepflegt, Gäste aus aller Welt auf der heimischen Couch kostenlos empfangen oder Kleider auf Tauschbörsen getauscht. „Die Digitalisierung hat dafür gesorgt, dass Nachfrage und Angebot im Internet virtuell miteinander vernetzt werden und dass die Anzahl von Sharing Economy-Projekten in rasantem Tempo gestiegen ist“, sagte Prof. Dr. Reinhard Loske von der Universität Witten/Herdecke.

Der Nachhaltigkeitsforscher beschäftigte sich am Hochschultag vor allem mit der Frage, wie realistisch die Hoffnung auf ökologisches Wachstum ist. „Konzepte für grünes Wachstum sind wirkungslos, wenn sie nicht eingebettet sind in einen Kontext politisch flankierender Maßnahmen wie Regulierungen und Anreize“, so Loske. Denn obwohl die Sharing Economy ein hohes Nachhaltigkeitspotenzial hat, führe sie nicht automatisch zu einem Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft.

Tücken der Effizienzsteigerung

Auf diese Herausforderung der Sharing Economy wies auch Dr. Harry Lehmann vom Umweltbundesamt hin. „Durch die Steigerung der Effizienz können Produkte oder Dienstleistungen mit weniger Ressourcenverbrauch geschaffen werden oder Ressourcen effizient miteinander geteilt werden. Das hat aber wiederum Rückwirkungen auf das Kaufverhalten und den Gebrauch der Produkte – sogenannte Rebound-Effekte“, erklärte Lehmann.

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Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, um mehr über die Sharing Economy zu erfahren. (© Niklas Ritzel | Universität Bamberg)

Ein einfaches Beispiel: Durch Carsharing-Modelle sind Autos für jedermann günstig und flexibel verfügbar. Das wirkt sich auf das Fahrverhalten aus: Wege werden häufiger mit dem Auto zurückgelegt und öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad dafür weniger genutzt. So sei Sharing alleine keineswegs das neue Wundermittel für nachhaltigen Konsum, so Lehmanns Fazit.

Viele nachhaltige Initiativen werden kommerzialisiert und zu richtigen Geschäftsmodellen, warnte Prof. Dr. Niko Paech von der Universität Oldenburg – der Gedanke der Nachhaltigkeit rücke dabei immer weiter in den Hintergrund. „Vor allem die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen und regulieren – ohne Ansätze der Sharing Economy zu behindern. Und trotzdem ist der Einzelne in der Gesellschaft von der Verantwortung, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen, nicht ausgenommen.“ betonte der Wachstumskritiker.

Auf den Auftakt des Bamberger Hochschultages folgten Workshops: Am Donnerstag, den 09. Juni zeigte die Umweltinitiative Transition Bamberg, wie solidarisches Teilen in einer Stadt organisiert werden kann. So wurden eine Besichtigung des Umsonstladens und des Selbsterntegartens angeboten. Am Freitag, den 10. Juni fand der Open Water Day in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Energieeffiziente Systeme, statt, der sich in offenen Vorträgen mit der Steigerung der Wasser- und Energieeffizienz beschäftigte. (Text: Vera Katzenberger)

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Das abwechslungsreiche Programm der 04. Bamberger Hochschultage Ökosoziale Marktwirtschaft & Nachhaltigkeit